Stellplatz vermieten – der Ratgeber für Halle, Scheune und Hoffläche

Du hast eine Halle, eine Scheune, einen Carport oder eine befestigte Hoffläche, die kaum genutzt wird? Wohnmobile, Wohnwagen, Boote und Pferdeanhänger brauchen genau solche Plätze – meist für Monate, oft für Jahre. Hier erfährst du, welche Flächen sich eignen, was du verlangen kannst und worauf du bei Vertrag, Versicherung und Steuern achten solltest.

Aktualisiert am · ca. 8 Minuten Lesezeit · von Benjamin Buchta

InhaltWelche Flächen sich eignen
  1. Welche Flächen sich eignen
  2. Was du verlangen kannst
  3. Genehmigung und Baurecht
  4. Der Mietvertrag
  5. Versicherung und Haftung
  6. Steuern
  7. Sicherheit und Brandschutz
  8. So vermietest du über StellplatzHub
  9. Häufige Fragen

Das Wichtigste in Kürze

  • Gefragt sind trockene, gut anfahrbare Flächen: Tor ab etwa 3,20 m, rund 3,5 × 8 m pro Platz.
  • Hallenplätze kosten auf StellplatzHub aktuell ab 65 € im Monat, im Median 100 €.
  • Wer eine Halle oder Scheune dauerhaft vermietet, sollte beim Bauamt klären, ob eine Nutzungsänderung nötig ist.
  • In Deutschland ist Stellplatzmiete grundsätzlich umsatzsteuerpflichtig – die Kleinunternehmerregelung kann davon befreien.
  • Schriftlicher Vertrag und Haftpflicht für das Grundstück schützen dich und deine Mieter.

Welche Flächen sich eignen

Gesucht sind trockene, sichere Plätze, an die man mit einem großen Fahrzeug gut herankommt. Ob deine Fläche passt, entscheiden vor allem drei Dinge:

Einfahrtshöhe
Viele Wohnmobile sind rund drei Meter hoch, mit Klimaanlage oder Sat-Schüssel auch mehr. Ein Tor ab etwa 3,20 Metern deckt die meisten Fahrzeuge ab. Niedrigere Hallen passen gut für Wohnwagen, Campervans, Boote und Anhänger.
Stellfläche
Plane pro Fahrzeug etwa 3,5 × 8 Meter ein, für große Reisemobile und Gespanne mehr. Wie viele Plätze in deine Halle passen, rechnet der Hallen-Belegungsrechner aus.
Zufahrt
Ein befestigter Weg, genug Wendefläche und ein breites Tor. Wer beim Rangieren jedes Mal schwitzt, sucht sich beim nächsten Vertrag einen anderen Platz.

Die höchsten Preise erzielen geschlossene Hallen, weil sie als Winterlager gefragt sind. Überdachte Plätze sind ein guter Kompromiss aus Schutz und Preis. Außenflächen sind die günstigste Variante – mit Zaun, Tor und Kamera werden sie als gesicherter Stellplatz deutlich attraktiver.

Was du verlangen kannst

Die Miete richtet sich nach Unterstellart, Lage und Ausstattung. Einen Anhaltspunkt geben die Preise, die Anbieter auf StellplatzHub gerade verlangen:

UnterstellartabMedianbis
Halle15 Inserate65 €100 €790 €
Überdacht / Carport4 Inserate40 €79 €80 €
Außen, gesichert19 Inserate40 €70 €357 €
Außen, offen12 Inserate40 €52 €175 €
Container / Lagerbox6 Inserate40 €120 €357 €
Monatspreise je Platz, live aus 28 aktiven Inseraten auf StellplatzHub, stündlich aktualisiert. Wir zeigen den Median statt des Durchschnitts, damit einzelne Ausreißer das Bild nicht verzerren. Unterstellarten mit weniger als drei Inseraten lassen wir weg.

Was bringt deine Fläche?

Der Potenzial-Rechner schätzt die Monatsmiete aus Lage, Größe und Ausstattung. Das Ergebnis übernimmst du auf Wunsch direkt in dein Inserat.

Zum Potenzial-Rechner

Neben dem Preis zählen die Konditionen: Viele Anbieter vereinbaren eine Mindestlaufzeit von sechs oder zwölf Monaten, manche eine Kaution. Regle Nebenkosten wie Strom von Anfang an klar – als Pauschale oder nach Verbrauch.

Genehmigung und Baurecht

Wer eine Scheune oder Halle, die bisher landwirtschaftlich oder als Lager genutzt wurde, dauerhaft an Dritte zum Abstellen von Fahrzeugen vermietet, ändert unter Umständen die Nutzung des Gebäudes. Eine solche Nutzungsänderung kann baugenehmigungspflichtig sein – besonders bei Gebäuden im Außenbereich.

Auch Brandschutzauflagen und der Bebauungsplan können eine Rolle spielen, und die Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland und Gemeinde. Frag deshalb vorab beim zuständigen Bauamt nach. Die Auskunft ist meist unkompliziert und erspart dir später Ärger.

Der Mietvertrag

Ein schriftlicher Vertrag schützt beide Seiten. Hinein gehören mindestens:

  • die Vertragsparteien mit Anschrift,
  • die genaue Bezeichnung des Platzes – Nummer, Lage und Maße,
  • das eingestellte Fahrzeug mit Kennzeichen,
  • Miete, Fälligkeit und Zahlungsweg,
  • Laufzeit, Mindestlaufzeit und Kündigungsfrist,
  • Zugangszeiten und Hausordnung,
  • Regeln zu Strom, Batterien, Gasflaschen und Arbeiten am Fahrzeug,
  • Haftung und Versicherung.

Auf StellplatzHub kannst du optional für jede Vermietung einen fertigen Mietvertrag als PDF erstellen, den du mit deinem Mieter ausfüllst und unterschreibst. Wie das genau funktioniert, steht im Hilfe-Artikel Vom Kontakt zum Mietvertrag.

Versicherung und Haftung

Das Fahrzeug versichert der Mieter selbst. Als Vermieter solltest du vor allem zwei Dinge prüfen:

  • Haftpflicht für das Grundstück. Sie greift, wenn jemand auf deinem Gelände zu Schaden kommt. Prüfe, ob deine bestehende Haftpflicht die Vermietung abdeckt, oder ergänze eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht.
  • Gebäudeversicherung. Informiere deinen Versicherer über die neue Nutzung. Fremde Fahrzeuge in der Halle können die Risikobewertung verändern.

Halte im Vertrag fest, dass der Mieter sein Fahrzeug selbst versichert, und wie die Haftung zwischen euch verteilt ist.

Steuern

Die folgenden Hinweise gelten für Deutschland. In Österreich und der Schweiz gelten eigene Regeln.

  • Einkommensteuer. Mieteinnahmen aus Stellplätzen sind in der Regel Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung (§ 21 EStG). Kosten wie Strom, Versicherung, Instandhaltung oder Abschreibung kannst du gegenrechnen. Bietest du umfangreiche Zusatzleistungen an, etwa Wartung oder Fahrzeugpflege, kann die Tätigkeit gewerblich werden.
  • Umsatzsteuer. Anders als Wohnraum ist die Vermietung von Plätzen zum Abstellen von Fahrzeugen grundsätzlich umsatzsteuerpflichtig (§ 4 Nr. 12 Satz 2 UStG). Steuerfrei ist sie meist nur als Nebenleistung zu einer Wohnung, die an denselben Mieter geht – bei Unterstellplätzen für Wohnmobile selten der Fall.
  • Kleinunternehmerregelung. Lagen deine Umsätze im Vorjahr bei höchstens 25.000 € und bleiben sie im laufenden Jahr unter 100.000 €, musst du keine Umsatzsteuer ausweisen (§ 19 UStG, Fassung ab 2025).

Dieser Ratgeber ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Gerade bei mehreren Plätzen oder gewerblicher Vermietung lohnt sich ein kurzes Gespräch mit einer Steuerberatung.

Sicherheit und Brandschutz

  • Feuerlöscher gut erreichbar aufhängen, Fluchtwege und Tore freihalten.
  • Gasflaschen: In geschlossenen Hallen verlangen viele Anbieter, dass Gasflaschen zugedreht oder ausgebaut werden. Regle das in der Hausordnung.
  • Batterien und Ladegeräte nur an geeigneten Anschlüssen laden, keine Kabeltrommeln quer durch die Halle.
  • Zutritt festlegen: Wer kommt wann rein – per Schlüssel, Code oder zu festen Zeiten?
  • Beim Einstellen den Zustand des Fahrzeugs gemeinsam mit Fotos festhalten.

So vermietest du über StellplatzHub

  1. 1Inserat anlegenFotos, Maße, Ausstattung und Preis eintragen. Werte aus dem Potenzial-Rechner kannst du direkt übernehmen.
  2. 2Prüfung und FreischaltungWir prüfen jeden Anbieter manuell und schalten dein Inserat danach frei.
  3. 3Anfragen beantwortenSuchende schreiben dir über das Postfach. Besichtigung und Details klärt ihr direkt.
  4. 4Vertrag abschließenMit dem fertigen Mietvertrag als PDF. Miete und Zahlung laufen direkt zwischen euch, ohne Provision.
  5. 5Belegung verwaltenPlätze, Mieter, Zahlungen und Warteliste behältst du in der Stellplatzverwaltung im Blick.

Bereit, deine Fläche zu vermieten?

Inserat anlegen, prüfen lassen, Anfragen erhalten – mit festem Monatsabo ab 4,95 € und ohne Provision.

Häufige Fragen

Brauche ich eine Genehmigung, um Stellplätze zu vermieten?

Für einzelne Plätze auf deinem Grundstück oder in deiner Garage meist nicht. Vermietest du eine Halle oder Scheune dauerhaft an mehrere Mieter zum Abstellen von Fahrzeugen, kann das eine genehmigungspflichtige Nutzungsänderung sein – vor allem im Außenbereich. Frag vorab beim zuständigen Bauamt nach.

Muss ich auf die Stellplatzmiete Umsatzsteuer zahlen?

In Deutschland ist die Vermietung von Plätzen zum Abstellen von Fahrzeugen grundsätzlich umsatzsteuerpflichtig (§ 4 Nr. 12 Satz 2 UStG). Liegen deine Umsätze unter den Grenzen der Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG), musst du keine Umsatzsteuer ausweisen. Im Zweifel hilft dir eine Steuerberatung.

Was kostet ein Wohnmobil-Stellplatz pro Monat?

Hallenplätze kosten auf StellplatzHub aktuell ab 65 € im Monat, der Median liegt bei 100 €. Überdachte und offene Außenplätze sind günstiger. Für deine eigene Fläche rechnet der Potenzial-Rechner eine passende Spanne aus.

Was kostet es, auf StellplatzHub zu inserieren?

Anbieter zahlen ein festes Monatsabo, ab 4,95 € im Monat. Eine Provision gibt es nicht: Miete und Zahlung laufen direkt zwischen dir und deinem Mieter. Alle Pläne findest du auf der Preisseite.