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Wohnmobil & Wohnwagen winterfest machen: 10 Schritte in der richtigen Reihenfolge

Wasser raus, Gas zu, Batterie laden, Reifen prüfen, Luft rein: So machst du Wohnmobil oder Wohnwagen im Oktober winterfest – mit der oft vergessenen Frage, ob eine Abdeckplane schützt oder schadet, und welcher Platz die Arbeit erst wirksam macht.

Geschrieben von

Camping Experte

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Wohnmobil vor einer grünen Halle wird winterfest gemacht: Gasflaschen, Ladegerät, Unterlegkeile und Checkliste stehen bereit

Die letzten warmen Wochenenden sind vorbei, die ersten Nächte rutschen Richtung Gefrierpunkt. Jetzt entscheidet sich, in welchem Zustand dein Wohnmobil oder Wohnwagen im Frühjahr aus der Pause kommt. Wer das Fahrzeug einfach abstellt und die Tür zuzieht, riskiert geplatzte Leitungen, eine tiefentladene Batterie, Stockflecken in den Polstern und im schlimmsten Fall einen Marder im Motorraum. Wer sich dagegen einen Nachmittag Zeit nimmt und die Schritte in der richtigen Reihenfolge abarbeitet, hat im April nichts weiter zu tun, als Wasser aufzufüllen und loszufahren.

Diese Anleitung geht die zehn Schritte in der Reihenfolge durch, in der sie sich bewährt haben, klärt die ewige Frage nach der Abdeckplane und endet bei dem Punkt, den die meisten Checklisten auslassen: dem Platz, auf dem das Fahrzeug die nächsten Monate steht. Denn der beste Frostschutz nützt wenig, wenn das Fahrzeug fünf Monate im Regen vor dem Haus parkt.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Früher als die meisten denken. Sobald die Nachttemperaturen dauerhaft unter fünf Grad fallen, sollte das Wasser aus dem Fahrzeug sein. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das je nach Lage Mitte bis Ende Oktober. Ein trockener, milder Tag ist ideal: Du brauchst Zeit zum Reinigen, das Fahrzeug muss danach vollständig abtrocknen, und für die Arbeiten am Wasser- und Gassystem willst du nicht mit klammen Fingern hantieren.

Noch ein Grund für Oktober: Winterstellplätze in Hallen sind in vielen Regionen ab November ausgebucht. Wer im Dezember sucht, nimmt, was übrig ist.

Die 10 Schritte in der richtigen Reihenfolge

Wohnwagen mit allem, was zum Winterfestmachen gebraucht wird: Wasserschlauch, Gasflasche, Entfeuchter, Batterie mit Ladegerät, Reifendruckprüfer, Unterlegkeile, Abdeckung, Mäusegitter, Handstaubsauger und Hygrometer

Was du dafür brauchst, passt auf einen Tisch: Wasserschlauch, Gasflaschen-Schutzkappen, Entfeuchter, Ladegerät, Reifendruckprüfer, Unterlegkeile, eine atmungsaktive Abdeckung, feines Gitter gegen Mäuse, Staubsauger und ein Hygrometer. Die Reihenfolge ist kein Zufall. Erst wird das Fahrzeug sauber und trocken, dann kommen die Systeme dran, zuletzt alles, was mit dem Standort zu tun hat. Wer die Reihenfolge umdreht, putzt am Ende um die Stützen herum oder räumt den Kühlschrank aus, während die Polster schon im Keller liegen.

1. Gründlich reinigen, außen und innen

Insektenreste, Harz und Vogelkot fressen sich über Monate in Lack und GFK. Außen also wie vor einem Verkauf waschen, Dach nicht vergessen, Dichtungen mit Pflegemittel behandeln, damit sie im Frost nicht spröde werden. Innen alle Oberflächen abwischen, Böden saugen, Krümel aus Schubladen holen. Jeder Krümel ist eine Einladung an Mäuse.

2. Wasseranlage komplett entleeren

Der wichtigste Schritt, weil Frostschäden hier am teuersten sind. Frischwassertank, Abwassertank und Boiler entleeren, alle Wasserhähne auf Mittelstellung öffnen, Duschkopf abnehmen und Leitungen durchblasen oder leerlaufen lassen. Das Frostschutzventil am Boiler steht im Winter offen, nicht geschlossen. Die Toilettenkassette leeren, reinigen und mit etwas Pflegemittel offen trocknen lassen. Wer Frostschutzmittel in die Leitungen gibt, nimmt nur lebensmittelechtes aus dem Campingbedarf.

3. Gas abdrehen

Flaschenventile schließen, Regler abschrauben, Schutzkappen drauf. Ob die Flaschen im Fahrzeug bleiben dürfen, hängt vom Stellplatz ab: In vielen Hallen ist das aus Brandschutzgründen untersagt. Frag beim Anbieter nach, bevor du einlagerst.

4. Kühlschrank und Vorräte

Alles raus, auch Gewürze und Konserven, die Frost schlecht vertragen. Kühlschrank auswischen und die Tür einen Spalt offen arretieren, die meisten Modelle haben dafür eine Winterstellung. Eine geschlossene Kühlschranktür über fünf Monate ergibt einen Geruch, den du nicht mehr loswirst.

5. Textilien und Polster

Bettzeug, Handtücher und Kleidung mit nach Hause nehmen. Polster aufstellen, damit Luft an alle Seiten kommt, oder ebenfalls auslagern, wenn du Platz hast. Vorhänge offen lassen, Rollos hoch. Wer Polster flach liegen lässt, hat im Frühjahr oft Stockflecken auf der Unterseite.

6. Batterien laden und pflegen

Aufbau- und Starterbatterie vollständig laden. Blei- und AGM- Batterien verlieren im Stand jeden Monat Ladung und nehmen bei Tiefentladung dauerhaft Schaden. Entweder abklemmen und alle vier bis sechs Wochen nachladen, oder, besser, ein Erhaltungsladegerät anschließen, wenn der Platz Strom hat. Eine Solaranlage auf dem Dach reicht im Winter oft nicht aus, besonders in der Halle oder unter einer Plane. Lithium-Batterien lagerst du nach Herstellerangabe, meist bei etwa halber Ladung, und schaltest sie am Hauptschalter ab.

7. Reifen, Fahrwerk, Bremsen

Reifendruck um etwa 0,5 bar über den Normalwert erhöhen, das beugt Standplatten vor. Noch besser: das Fahrzeug alle paar Wochen ein Stück rollen, damit sich die Auflagefläche ändert. Beim Wohnwagen die Stützen ausdrehen, aber nur so weit, dass sie das Fahrzeug stabilisieren, nicht anheben. Handbremse lösen und stattdessen Unterlegkeile verwenden, sonst können die Bremsbeläge über den Winter an der Trommel festrosten.

8. Lüften und Feuchtigkeit kontrollieren

Feuchtigkeit ist der eigentliche Gegner, nicht die Kälte. Alle Schranktüren und Klappen öffnen, Dachluken auf Lüftungsstellung, Zwangsbelüftungen frei halten. Ein elektrischer Luftentfeuchter ist die beste Lösung, wenn Strom am Platz ist. Ohne Strom helfen Granulat-Entfeuchter, die du alle paar Wochen tauschst. Ein Hygrometer für wenige Euro zeigt dir beim Kontrollbesuch, ob die Luftfeuchtigkeit unter 60 Prozent bleibt.

9. Marder und Mäuse aussperren

Motorhaube auf und den Motorraum reinigen, Marder markieren Reviere und kommen wieder, wo es schon einmal nach Marder gerochen hat. Kabel und Schläuche mit Schutzschläuchen oder Marderschutzgitter sichern, Lüftungsöffnungen am Aufbau mit feinem Gitter verschließen. Bei Mäusen gilt: keine Lebensmittel, keine Krümel, keine Papiertaschentücher, aus denen sich Nester bauen lassen.

10. Der Platz entscheidet, ob die ersten neun Schritte halten

Jetzt kommt der Schritt, den die meisten Checklisten auslassen. Alles, was du bis hier getan hast, wirkt nur so gut wie der Ort, an dem das Fahrzeug steht. Auf der Straße vor dem Haus holt sich ein nasser Winter, was du an Pflege investiert hast, dazu kommen Parkregeln, die ein dauerhaftes Abstellen in vielen Wohngebieten ohnehin verbieten.

  • Halle: trocken, dunkel, gleichmäßig temperiert. Luftentfeuchter und Abdeckplane sind hier meist überflüssig. Teuerste Variante, oft früh ausgebucht.
  • Carport: schützt vor Regen, Schnee und UV, lässt aber Luft zirkulieren. Guter Kompromiss aus Preis und Schutz.
  • Gesicherte Freifläche: Zaun, Kamera, Tor. Hier lohnt eine atmungsaktive Plane, und du solltest öfter nach dem Rechten sehen.

Welche Variante für dein Fahrzeug und dein Budget passt, haben wir im Ratgeber Halle, Carport oder Freifläche ausführlich verglichen.

Abdeckplane: Schutz oder Kondenswasserfalle?

Zwei Wohnwagen nebeneinander: links eng in eine dunkle Plastikplane gewickelt mit Wasserlachen, rechts unter einer atmungsaktiven Abdeckung auf einem Gestell mit Luftspalt

Die Frage spaltet jedes Forum. Die Antwort hängt davon ab, welche Plane und welcher Platz. Eine dichte Baumarktplane, die direkt auf dem Fahrzeug liegt, richtet meist mehr Schaden an, als sie verhindert: Feuchtigkeit kondensiert darunter und kann nicht abtrocknen, die Plane scheuert bei Wind am Lack, und unter der Folie wird es im Frühjahr zum Treibhaus.

Sinnvoll ist eine Plane dann, wenn sie atmungsaktiv ist, zum Fahrzeug passt und mit Abstand zum Dach sitzt, zum Beispiel über Abstandshalter oder ein einfaches Gestell. Dann hält sie Laub, Schnee und UV-Strahlung ab und lässt die Feuchtigkeit trotzdem raus. In der Halle brauchst du gar keine, unter dem Carport höchstens einen Dach- oder Frontschutz. Auf der Freifläche ist die atmungsaktive Plane mit Abstand die richtige Wahl.

Die fünf häufigsten Fehler

  • Boiler vergessen. Der Frischwassertank ist leer, der Boiler nicht. Ein geplatzter Boiler ist einer der teuersten Winterschäden überhaupt.
  • Handbremse angezogen. Festgerostete Beläge im Frühjahr. Keile statt Handbremse.
  • Batterie „macht die Solaranlage“. Im Winter, in der Halle oder unter der Plane liefert sie fast nichts.
  • Alles dicht gemacht. Geschlossene Schränke, geschlossene Luken, geschlossener Kühlschrank. Das Ergebnis riecht man im April.
  • Platz zu spät gesucht. Im Dezember sind die Hallen voll. Wer im Oktober sucht, hat die Wahl.
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